Unser Leitbild

A) Wer wir sind. Was wir wollen.

Die evangelisch-lutherische St. Johannis-Gemeinde Engter ist eine christliche Gemeinde in der Volkskirche. Unser Motto lautet: „Gottes Liebe erfahren, Glauben leben, Menschen begleiten!“
Ziel unserer Arbeit ist es, dass viele Menschen Gott kennen- und lieben lernen. Sie sollen durch die Gottesdienste und Gruppen im Glauben wachsen und ihre Gaben entdecken. Wir wollen Glauben leben, herzlich, glaubwürdig und zeitgemäß. Mit unseren Gaben sind wir auch für andere da, so wie Jesus Christus für uns da ist. In ihren verschiedenen Lebenssituationen begleiten wir Menschen.
All dieses Handeln ist für uns die Antwort auf Gottes Liebe, von der wir leben und die allem menschlichen Handeln vorausgeht:
„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh. 3, 16)
 
B) Worauf wir bauen
Aus diesen Sätzen leiten wir vier Merkmale und Bestimmungen für unsere Gemeinde ab:
 
1. Gott kennen lernen
Das war das wichtigste Anliegen von Jesus, dass er uns Menschen seinen Vater als einen lebendigen, liebenden und sehnenden Vater zeigen wollte (Joh. 3, 16). Jesus lädt uns in seine Nachfolge ein, um in der Beziehung zu ihm das Leben zu gestalten (Mk. 1, 17).
Darum ist das erste Ziel unserer Gemeindearbeit, dass möglichst viele Menschen Gott kennen lernen. Dies geschieht, indem sie zu einer persönlichen Glaubensbeziehung zu Jesus Christus finden. Nicht nur die Gemeindeleitung (Pastores resp. Kirchenvorstand), sondern jedes einzelne Mitglied der Gemeinde trägt dafür Verantwortung!
Es ist für uns grundlegend, Gottes Gnade in einer lebendigen Gottesbeziehung zu erfahren. Diese äußert sich vor allem im Gebet, im Lesen der Bibel, im Besuch des Gottesdienstes und der Teilnahme am Abendmahl.
 
2. Miteinander leben
Christsein kann nur in der Gemeinschaft voll entwickelt und erlebt werden. Ohne Gemeinschaft verkümmert der Glaube. Als Christen sind wir darum nicht nur berufen, zu glauben, sondern auch einander zu begleiten, zu ermutigen, zu korrigieren und zu vergeben, liebevoll aufzubauen und zu helfen (Matth. 18, 20; Apg. 2, 42; Kol 3, 15-17).
 
3. Im Glauben wachsen
Christen sollen in unserer Gemeinde ein Umfeld finden, in dem sie in ihrem Glauben wachsen und geistlich mündig werden können. Wir wollen lernen, Gott zu vertrauen, auf ihn zu hören und die Lebensgestaltung auf Jesus auszurichten. Dazu gehört die Bereitschaft, in Wort und Tat für das Evangelium von Jesus Christus einzustehen (Matth. 28, 18-20).
 
4. Für andere da sein
Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist. Es ist Auftrag unserer Gemeinde und jedes einzelnen Christen, dem Nächsten in seinen geistlichen, seelischen, leiblichen Sorgen sowie in Beziehungsnöten zu helfen. Jedes Mitglied unserer Gemeinde ist dazu berufen, für andere da zu sein und ihnen zu dienen (Matth. 25, 40).
 
 
C) Was uns wichtig ist ...
 
Alle Werte und Ziele unserer Gemeinde sind Ausdruck der Antwort auf Gottes Liebe, von der wir leben und die allem menschlichen Handeln vorausgeht. „Eure Rettung ist wirklich reine Gnade und ihr empfangt sie allein durch den Glauben. Ihr selbst habt nichts dazu getan, sie ist Gottes Geschenk. Ihr habt sie nicht mit irgendeinem Tun verdient; denn niemand soll sich mit irgendetwas rühmen können. Wir sind ganz und gar Gottes Werk. Durch Jesus Christus hat er uns so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können.“ (Eph. 2, 8-10)
 
Verkündigung
Wir sind überzeugt, dass Verkündigung auf vielfältige Art und Weise geschieht: Durch  Wort und Tat, durch Musik, durch unseren Umgang miteinander.
Den Mittelpunkt unseres Gemeindelebens stellt der Gottesdienst dar. Wir glauben, dass durch Predigt und Lehre, die sein Wort - wie es in der Bibel offenbart ist - zum Maßstab hat, im Leben eines Menschen und einer Gemeinde heilsame Veränderungen bewirkt und so Leben gestaltet werden kann.
Gott liebt alle Menschen! In unserer Gemeinde sind daher alle Menschen gleichermaßen sehr herzlich willkommen: Egal ob jung oder alt, arm oder reich, unabhängig von Nationalität, Familienstand oder Bildungsgrad.
Geht es jedoch um die Planung von Angeboten und Diensten, sowie den Einsatz unserer Mittel zur Erfüllung des Auftrages, Menschen zum Glauben einzuladen, konzentrieren wir uns zuerst auf folgende Zielgruppe:
Wir wollen Familien, Kinder und Jugendliche im Kirchspiel Engter zu einem lebendigen Glauben einladen, auch wenn sie noch keinen Bezug zur Kirchengemeinde haben.
Erfahrbare Gemeinschaft
Glaube braucht die Gemeinschaft, um sich entwickeln zu können. Neben der Gemeinschaft im sonntäglichen Gottesdienst laden wir die Menschen ein, sich einer der vielen Gruppen unserer Gemeinde zu beheimaten, um dort Nächstenliebe und die Kraft der Gemeinschaft zu erleben und sich über den Glauben auszutauschen. Gemeinschaft ist für uns auch Dienstgemeinschaft. Menschen, die sich zusammenfinden, um sich an ihren Gaben zu freuen und diese auch zum Wohle der Gemeinde und zur Verkündigung einzusetzen. Hier denken wir besonders an die vielfältige musikalische Arbeit unserer Gemeinde.
Tradition und zeitgemäße Formen
Wir sind eine ländliche Gemeinde und wissen uns den örtlichen Traditionen wie Begleitung der Menschen im Alter und zu den Lebensfesten (Kasualien) verbunden.
Wir sind Teil unseres Dorfes und gestalten Leben hier am Ort im Zusammenspiel mit anderen Verbänden und Vereinen.
Wir wollen, dass Menschen, die von der heutigen modernen Kultur geprägt sind, bei uns Heimat finden. Darum versuchen wir, ihnen das Evangelium in einer sie ansprechenden Form vorzustellen.
Nicht nur Veränderung, sondern ebenso das Festhalten an gewohnten Traditionen muss begründet werden.
 
Wachstum
Wir sind überzeugt, dass jedes Gemeindemitglied in der Beziehung zu Christus auf positive Veränderung und Wachstum angelegt ist. Wir wollen eine Gemeindekultur entwickeln, in der Menschen gelobt, aufgebaut und in jeder Hinsicht gefördert werden, charaktervolle und glaubwürdige Christen zu werden.
 
Glaubwürdigkeit
Christsein, wie es bei uns gelebt und verkündigt wird, soll ungezwungen und echt sein. Wir versuchen, uns selbst und anderen nichts vorzumachen. Verschiedenheit ist gewollt, Schwachheit findet Raum. Wir akzeptieren, dass wir fehlbare Menschen sind, die immer wieder schuldig werden, wenn Fehler als Fehler erkannt werden und Schuld als Schuld bekannt wird. Wir glauben, dass die Vergebung durch Gott und untereinander immer wieder neues Leben ermöglicht.
Gabenorientierter Dienst
Wir sind überzeugt, dass Dienen eine Berufung für jeden Christen ist und er dadurch erfülltes Leben erfährt, dass er seine von Gott gegebenen Gaben in Gemeinde und Welt einsetzt. Wir bieten darum Hilfen an, damit jedes Gemeindemitglied seine Gaben entdecken, fördern und ausüben kann. Wir erkennen auch Grenzen als Gaben an. Jede/r soll nur das einbringen, was er /sie auch kann. Wir wollen gaben- und nicht aufgabenorientiert denken, also unser Gemeindeleben nach den Gaben der Menschen vor Ort gestalten. Wir wollen in einer Zeit, die durch Schnelllebigkeit und dauernde, vor allem zeitliche Überforderung gekennzeichnet ist, Menschen einladen, sich gelassen in die Arbeit der Gemeinde einzubringen.
Herzlichkeit
Wir sind überzeugt, dass liebevolle Beziehungen alle Bereiche unseres Gemeindelebens prägen sollten. Dazu gehört ein Klima der Gastfreundschaft, des Humors, der Fehlerfreundlichkeit und der gegenseitigen Annahme. Notwendige Kritik wird möglichst offen und wertschätzend vermittelt.
Qualität
Wir sind überzeugt, dass Qualität Gott ehrt und Menschen inspiriert. Wir streben nicht nach Perfektion, aber danach, als Gemeinde das, was wir tun, so gut wie möglich zu tun – zur Ehre Gottes und aus Liebe den Menschen gegenüber, mit denen wir zu tun haben.
 
Begeisterung und Hingabe
Weil Gottes Liebe zu uns Menschen leidenschaftlich ist, wollen auch wir unsere Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen leidenschaftlich leben.
Wir wollen offen sein für die Nöte und Bedürfnisse unserer Nächsten. Wir möchten eine Kultur des Aufeinanderachtens in der Nachbarschaft gestalten, in der an Freude und Leid jedes Einzelnen / in den Familien Anteil genommen wird. Die diakonischen Einrichtungen unseres Kirchenkreises (Christlicher Pflegedienst, Diakonisches Werk) sehen wir als integralen Bestandteil unseres diakonischen Engagements. Wir möchten erreichen, dass Diakonie wieder Aufgabe der gesamten Gemeinde wird und alle sich um ein fürsorgliches Miteinander bemühen. Wir möchten den Reichtum der Gaben, die Gott uns anvertraut hat, zum Wohle aller teilen.
 
Zukunftsfähigkeit
Wir sind uns bewusst, dass eine Gemeindearbeit wie beschrieben nur unter konstanten Rahmenbedingungen (ehrenamtliches Engagement, pastorale und räumliche Ausstattung, finanzielle Absicherung) möglich ist. Das bedeutet in Zeiten knapper werdender Finanzen mehr Eigenverantwortung für die Gemeinde vor Ort.
 
D) Konkretionen / Ziele
Um unser Ziel, im Besonderen Kinder, Jugendliche und Familien anzusprechen, bieten wir folgende Einrichtungen und Kreise an:
-         den Kindergarten als zentralen Ort, an dem nach dem christliche Menschenbild gelebt und gearbeitet wird und die vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten, Talente und Anlagen aller Kinder erkannt und gestärkt werden, so dass sie ihre Sozial-, Kommunikations- und Handlungskompetenzen optimal entwickeln können
-         wir entwickeln die Einrichtung einer zweiten KiTa in der Schule
-         wir setzen uns für die Renovierung unsere KiTa in der Kampstraße ein, damit bereits die Jüngsten einen Ort finden können, an dem sie zuverlässig und kompetent bei ihrem Start ins Leben als Kinder Gottes begleitet werden
-         wir bieten in unserem Gemeindehaus Raum für Eltern-Kind-Gruppen
-         wir machen spezielle Gottesdienstangebote für Kinder, Familien und Menschen in der mittleren Lebensphase
-         die Kinderkirche spricht die Kinder von 2-6 an
-         der Kindergottesdienst ist für die Altersgruppe 5 – 12 gedacht und will altersgerecht den Glauben lieb machen und Eltern die Möglichkeit geben, selbst in Ruhe am Gottesdienst teilzunehmen
-         wir haben in unserer Kirche sehr bewusst eine Kinderspielecke eingerichtet, damit Familien mit kleinen Kinder jederzeit teilnehmen können und sich willkommen wissen
-         wir streben an, wieder eine Kinderfreizeit zu etablieren, die Kinder und Jugendliche für die Gemeinde begeistert
-         wir feiern jährlich den Jungscharballontag als großes Gemeindefest
-         eine Jugendarbeit, die die Feier des Glaubens in den Mittelpunkt stellt und christlichen Glauben in der Gemeinschaft erlebbar macht; sie bietet Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu entdecken und als Mitarbeitende einzubringen
Um Menschen zu erreichen, die bisher noch keinen Kontakt zu Gott und der Gemeinde hatten, machen wir vielfältige Angebote, weil die Erfahrung anderer Kirchen zeigt: Beheimatung geht dem Glauben voraus (belonging before believing):
-         wir bieten regelmäßig (alle 2-3 Jahre und wenn möglich in Kooperation mit anderen Gemeinde) Glaubenskurse an als eine Möglichkeit, sich unverbindlich über den christlichen Glaubens zu informieren und neu dazu Zugang zu finden
-         Wir bieten Kreise an, in denen ein intensiver Austausch über Glaubensfragen stattfindet (Bibelkreis, Hauskreise)
-         wir bieten Gottesdienste für Kirchendistanzierte an (Kreuzundquer)
-         wir gestalten die Feiern an den Veränderungspunkten des Lebensweges (Kasualien) liebevoll und individuell, ohne unsere Identität und Inhalte aufzugeben
-         wir wollen Freizeiten für unterschiedliche Zielgruppen an (Familien, Männer, Frauen), auf denen Glaube und Gemeinde in einer herzlichen Atmosphäre erlebt werden können
Wir machen die Erfahrung, dass viele Menschen sich gerade durch Musik für den Glauben ansprechen lassen. Darum
-         haben wir eine große musikalische Arbeit, die alle Generationen umgreift und bei der das moderne geistliche Liedgut im Vordergrund steht
-         wir bieten gerade für die jüngere Generation Konzerte und Workshops an; wir wollen Musicals aufführen und ...
Wir haben die „Kirchspielstiftung Engter“ ins Leben gerufen, um der Gemeinde auch in Zukunft ihre personelle und räumliche Ausstattung zu erhalten. Wir wollen erreichen, dass diese Stiftung im Bewusstsein unserer Gemeindeglieder einen höheren Stellenwert erhält.
Darüber hinaus wollen wir durch konkrete Projekte die Gemeindearbeit fördern.
 
Anhang:
- Bibelstellen:
1)    Joh. 3, 16: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
2)    Mk. 1, 17: Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!
3)    Matth. 18, 20: Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, bin ich in ihrer Mitte.
4)    Apg. 2, 42: Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
5)    Kol. 3, 15-17: Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in "einem" Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
6)    Matth. 28, 18-20: Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
7)    Matth. 25, 40: Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!
8)    Eph. 2, 8-10: Eure Rettung ist wirklich reine Gnade und ihr empfangt sie allein durch den Glauben. Ihr selbst habt nichts dazu getan, sie ist Gottes Geschenk. Ihr habt sie nicht mit irgendeinem Tun verdient; denn niemand soll sich mit irgendetwas rühmen können. Wir sind ganz und gar Gottes Werk. Durch Jesus Christus hat er uns so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können.